Für alle Notfallmediziner…

… haben die Kollegen am Notfallzentrum der Universität Jena eine exklusive Neuigkeit im deutschen Sprachraum zu bieten: Der weltweit beste Notfallmedizin-Podcast, emRAP, bietet nun mit Tobias Becker und Christian Hohenstein auch ein deutschsprachige Edition an!

Eine uneingeschränkte Empfehlung -> hier klicken: emRAP German Edition (mit kostenloser Episode direkt auf der Website).

Tip of the Week: How to prepare for …

Momentan beschäftige ich mich damit, wie man Studenten am besten für die USMLE Prüfungen vorbereitet und unterstützt.

Dabei bin ich auf folgende Web-Seite gestoßen: http://www.medbullets.com/

Auch für einen “Profi” ist es wirklich nicht schlecht, sich mit diesen Themen zu beschäftigen und sich in die Prüfungsfragen (und Stoffinhalte) einzudenken. Und natürlich auch genial für Studierende, sich kontinuierlich mit dem relevanten Prüfungsstoff zu beschäftigen. Dozenten können wiederum diese Vorschläge nutzen, um die Studierenden auf diese Themen hinzuweisen und zu begleiten (Lehren als “Coaching”)

In einer Kommentierung für Pharmakologie haben ich u.a. Vorschläge gelesen, wie man sich am besten auf diese Prüfungen vorbereiten kann (Strategies for improving tests; Appendix I des Buches von Katzung et al. http://www.amazon.de/Katzung-Trevors-Pharmacology-Examination-Review/dp/0071826351/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1454490106&sr=8-2&keywords=katzung+pharmacology). Wirklich interessant derartig strukturierte Empfehlungen zur Vorbereitung auf Prüfungen zu erhalten. Wichtigster Punkt ist: Kontinuierliches Lernen, NO CRUMMING ;-)

Das war´s heute mit ein paar Empfehlungen für unsere Studierenden (und in der Lehre tätigen Kollegen) aus Nürnberg. Stay tuned and join again!

Man erträgt es nur mit Voltaire ….

Ich erhalte ja immer wieder Schreiben zugeschickt. Die Thematik Finanzhierung der ambulanten Notfallversorgung in Krankenhäusern ist mehr als amüsant: So fragt man sich schon, wenn bei uns Notfallkonsultationen während der Kernarbeitszeiten ….4

mit etwas mehr wie 3 Euro vergütet werden. Dies ist bei uns der Fall. Dies ist Folge entsprechender gesetzlicher Detailregelungen. Die Presse hatte dies bereits vor längerem schon Initiativen der Bayerischen Krankenhäuser kommentiert.

Nun fordert die Kassenärztliche Vereinigung in Berlin in eben diesem Kontext die Krankenhäuser auf, Notfallbehandlungen während der Kernarbeitszeiten zu begründen. Ansonsten würde keine Vergütung erfolgen, da ambulante Notfallpatienten ja von niedergelassenen Ärzten zu behandeln seien. Hierzu gibt es eine Stellungnahme der DGINA.

Voltaire schließt seinen Roman “Candide oder die beste aller Welten” mit den Worten: “Die Welt ist nicht gut, die Welt ist nicht böse, die Welt ist so wie sie ist”. Das macht bizarre Erlebnisse und sonstige Nickeligkeiten einiges erträglicher, vielleicht hilft es auch Ihnen. Wirklich lesenswert !!!!

Dies war es mal wieder aus Nürnberg heute mit etwas Politischem. Ich werde mich jetzt wieder den fachlichen Themen widmen. Stay tuned and join again.

Online Kurs Antibiotic Stewardship

Gerne möchte ich Sie auf einen kostenlosen Online-Kurs zu Antibiotic Stewardship aufmerksam machen.

Der Kurs wird von der Universität von Dundee veranstaltet.
Antibiotic Stewardship Kurs

Vielleicht interessant für Sie?

In kürze geht es im bewährten Format weiter. Stay tuned and join again.

Morphin bei akutem Myokardinfarkt. Ausgedient?

Am letzten Wochenende habe ich das Thromboseforum in Stuttgart besucht. Eine in Deutschland einzigartige Veranstaltung. Fachlich äußerst exzellent wurden vielfältige Themen der Thrombozytenhemmung und Antikoagulation beim komplexen kardiovaskulären Patienten besprochen.

Habe mal wieder wirklich sehr viel dazugelernt und gleichzeitig wird man schon etwas “demütig”, wenn man die rasante Entwicklung in diesen Teilgebieten der Medizin sieht.

Fokussieren möchte ich mich in diesem Beitrag auf den Stellenwert der Opiat (Morphin) Gabe beim akuten Myokardinfarkt. In der täglichen Praxis ist ganz selbstverständlich, dass Patienten mit akuten Schmerzen (bei Infarkt oder anderen akuten Schmerzen) Morphin erhalten. Auch die Leitlinien empfehlen dies uneingeschränkt . (siehe Tabelle 6 der ESC Leitlinien, Level of evidence: I C)

Zahlreiche Arbeiten – meist retrospektiver Art - hinterfragen jedoch den Stellenwert der Opiatgabe bei akutem Myokardinfarkt. Die Gabe von Opiatem bei akutem Myokardinfarkt scheint mit einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert zu sein. Hochinteressant ist, dass in einer Subgruppenanalyse der ATLANTIC Studie die präklinische Applikation von Ticagrelor in der Patientengruppe ohne Morphin gegenüber der späteren Verabreichung von Ticagrelor eine Überlegenheit zeigt. In der Gesamtpopulation hatte ja die Ticagrelorgabe keine Überlegenheit gezeigt. Parodi et al. berichten über die verspätete Aktivität von oralen Thrombozytenaggregationshemmern durch Morphin Gabe.

In diesem Kontext wurde im Thromboseforum eine Arbeit von Kubica et al. diskutiert, welche in 2016 im Eur Heart Journal publiziert wurde: In ausgeklügelten klinisch-pharmakologischen Experimenten wurde gezeigt, dass die Gabe von 5mg Morphin (klinisch übliche Dosis) zu einer erheblich reduzierten Bioverfügbarkeit von Ticagrelor führt. Vermutlich verursacht Morphin eine Inhibition der Absorption im GI Trakt, welche durch Aktivierung der Opioidrezeptoren im Darm vermittelt wird. Diskutiert wird eine Inhibierung der Darmmotilität.

Bereits eine frühere Studie hat gezeigt, dass Morphin auch die Resorption von Clopidogrel verzögert und in der kritischen Phase um die KoronarIntervention, die Wirkung von Clopidogrel reduziert. Dies könnte eine mögliche Erklärung für eine “erhöhte Sterblichkeit” unter Morphin Applikation sein.

Sie werden fragen, was nun die praktische Konsequenz aus diesen Beobachtungen sein könnte. Ehrlich gesagt, da bin ich überfragt und ich kenne keine klaren Stellungnahmen in dieser Thematik. Schmerztherapie ist für mich ein ganz wichtiges Element, auf der anderen Seite führt die “erwünschte” Schmerztherapie in diesem Kontext offensichtlich zu Nachteilen, die zu einer erhöhten Sterblichkeit führt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es aus meiner Sicht wichtig, nicht unreflektiert bei jedem Patienten Morphin zu verabreichen. Vermutlich wird in der nahen Zukunft dieses Thema weiter analysiert, so dass auch dann alternative Vorgehensweisen entwickelt werden können.

Evtl. könnte die intravenöse Verabreichung von Thrombozytenaggregationshemmern, z.B. von Cangrelor, die oben beschriebenen Effekte umgehen und damit eine Lösung anbieten. Aber … auch die Kostenträger werden hier ein Wort mitsprechen (wollen).

Das war´s mal wieder aus Nürnberg mit einem aus meiner Sicht sehr spannenden Thema: Stay tuned and join again!

DGINA Führungsakademie – neue Runde

Bereits in den letzten Jahren habe ich immer wieder von dem hervorragenden Angebot der DGINA Führungsakademie berichtet.

Zwischenzeitlich wird die DGINA Führungsakademie gemeinsam mit der Universität Witten-Herdecke durchgeführt. National und international anerkannte Referenten vermitteln sehr intensiv die im Kurriculum enthaltenen Themen und stehen in praktischen Übungen mit Rat und Tat zur Seite.

Ich habe von verschiedenen Teilnehmern sehr positive Rückmeldungen erhalten und möchte an dieser Stelle nur kurz erinnern, dass demnächst Bewerbungsfrist ist. Insbesondere für Kollegen, die eine höhere Position anstreben ist meines Erachtens die DGINA Führungsakademie extrem hilfreich, andere Sichtweisen zu erfahren und Grundelemente von “Leadership”, eine für die Notfallmedizin immens wichtige Methodik, kennenzulernen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch gerne auf einen Blog von Hr. Gottschalk verweisen (nicht der Fernseh-Entertainer ;-), der Management Themen rund ums Krankenhaus exzellent kommentiert. Hier geht’s zum Blog von Jörg Gottschalk, Gesellschafter des Nordstern Instituts.

Das war´s heute nur kurz aus Nürnberg. Stay Tuned and Join again!