Eine Katze im Ohrkanal… oder: HNO mal anders.

HNO-Notfälle waren schon immer ein bisschen ein Graubereich für mich (vor allem wenn kein Fach-Experte zur Verfügung steht). Die Differenzierung zwischen “Kleinigkeiten” (Schnupfen mit ein bisschen Halskratzen) und ernsthaft bedrohlichen Erkrankungen (Peritonsillarabszess, Bolusgeschehen…) ist hier recht eng – faktisch und räumlich. Dabei kann vielen Patientinnen/Patienten mit einfachen Mitteln geholfen werden, ohne gleich die Kapazitäten einer Spezialabteilung zu belasten.

Auf eine sehr humorvolle Art und Weise – aber auch mit der nötigen Übersicht – präsentieren  eine junge HNO-Ärztin und ihr Kollege aus Großbritannien die “Basics” der HNO-Notfälle. Ich verspreche: Beim Ansehen der Videos wird es nicht langweilig!

Teil 1 HIER – und den Rest gibt’s, wenn Sie …

Nochmal Teil 1 direkt zum Ansehen: Epistaxis.

Teil 2 (Fremdkörper im Ohr)

Teil 3 (Fremdkörper in der Nase)

Teil 4 (Fremdkörper im Rachen)

Teil 5 (Peritonsillarabszess und Tonsillitis)


Teil 6 (Ohrinfektionen)

Beispiel einer souveränen Gesprächsführung

Kommunikation ist ein Kernelement der notfallmedizinischen Profession. Selbstverständlich sollten auch Beispiele aus anderen Branchen genommen werden, um die eigene Kompetenz zu reflektieren und verbessern. Ein besonders gelungenes Beispiel findet Ihr hier …. :-)

Buy 2, get 1 free …

Wissen Sie, was “Fat Burner Pills” sind? Nachdem ich heut morgens in den Spiegel geschaut habe, dachte ich, die wären was für mich … kurzum, es handelt sich um Supplemente, welche üblicher Weise von Body Buildern eingenommen werden. Ziel ist es, “Fett” zu verbrennen, in dem der Metabolismus angeregt wird. Bei einem kurzen Blick ins Internet, fallen einem bekannte Namen auf wie Tyrosin, Garcinia Cambogia, L-Carnitin, CLA, Grüntee, Guarana, Koffein und Alpha-Liponsäure und und und …

Jetzt kurz ein thematischer Wechsel mit der Frage, was hat das mit der Notfall-/Intensivmedizin zu tun? In der heutigen Frühbesprechung haben wir uns ausgetauscht über Bodybuilder, welche mit unterschiedlichsten Beschwerden vorstellig werden von Störungen der Aufmerksamkeit, des Bewusstseins, Tachykardie, Schwitzen, Fieber, Unwohlsein und vieles vieles mehr … dann findet man eine CK Erhöhung und letztendlich findet man keine richtige Erklärung für diese Beschwerden.

Aus diesem Grund finde ich einen aktuellen Artikel aus dem Emerg Med J ganz spannend. Die verschiedenen Tox-Informationszentralen aus Großbritannien haben beobachtet, dass vermehrt Zwischenfälle einschließlich Todesfällen durch die Einnahme von 2,4-Dinitrophenol (DNP) auftreten würden.

Was ist das für eine Substand? Nun, sie wird im Internet vertrieben und als “Fat Burner Pill” eingesetzt. Durch eine Entkoppelung des oxidativen Metabolismus kommt es zu Energieverbrauch in den Zellen und nachfolgend zu einer “Verbrennung” von Fetten. Die überschüssige Energie wird als Hitze freigesetzt. Diese Substanz erfreut sich offensichtlich immer höherer Beliebtheit, wurde auch tatsächlich als Diätpille in den 30er Jahren entwickelt und dann 1938 wegen der Nebenwirkungen einschließlich hohem Fieber und Multiorganversagen nicht für die menschliche Anwendung von der FDA zugelassen.

Verwendet wird die Substanz nachwievor in der INdustrie für die Herstellung von Farbstoffen, Konservierungsmitteln, Filmentwicklern, Insektiziden etc. etc.

Also, Hände weg vno dem Zeugs. Gleichzeitig dran denken, einen vorstelligen Body Builder nach der Fragen von Nahrungsmittelzusatzpräparaten fragen und recherchieren, ob dies evtl. eine Erklärung für die unspezifischen Beschwerden ist.

 

Schmutzige Geheimnisse – Initiative gegen Korruption

In einem Feature im BMJ wird die Problematik der Korruption von Ärzten thematisiert. Ein Thema, welches jeden von uns betrifft – auch in Deutschland!Aktuell steht insbesondere Indien und die dort praktizierte Art der Patientenversorgung im Fokus der Kritik. In einem interessanten Beitrag stellt David Berger seine persönliche Sichtweise zur Korruption von Ärzten in Indien dar. Durch diese Art der Medizin erhalten arme Patienten nicht die adäquate Medizin, reiche Patienten erhalten vermutlich eine Überdiagnostik bzw. Übertherapie, welche auch zu einer Schädigung der Betroffenen führen kann. Korruption findet sich dabei in allen Ebenen – ob arm oder reich. Der Titel “Corruption ruins the doctor-patient relationship” sagt alles.

Gleichzeitig wird die “Indien” nur als Spitze des Eisbergs gesehen. In einem sehr persönlich formulierten Apell stellt Anita Jain mögliche Wege auf, wie die Korruption von Ärzten, nicht nur in Indien, sondern auch in europäischen Ländern zu finden ist, angegangen werden kann. Wesentliches Merkmal ist die Offenlegung von Abhängigkeiten, wie es z.B. in der “transparency wall” von Mahatma Gandhi erreicht wurde. Entsprechende Politik wird zwischenzeitlich von vielen Fachjournalen aber auch von Vertretern der Industrie verfolgt und zeigt eine Veränderung der Arbeitskultur.

Sherlock Holmes gesucht ….

Das Wetter am WE wird durchwachsen. Vielleicht findet sich die eine oder andere Minute, sich mit einem exzellenten Übersichtsartikel zur Hypophosphatämie zu beschäftigen.Hypophosphatämie ist nicht unbedingt der primäre Fokus für einen Notfallmediziner, obwohl sich in Notaufnahmen von Kliniken bis zu 5% der Patienten mit Symptomen einer Hypophosphatämie vorstellen. Einen weiteren Artikel zum Thema finden Sie hier.

Insbesondere bei älteren Patienten ist auch an ein Refeeding Syndrom zu denken. Wir haben vor längerem hierzu eine “Checklist” erstellt.

In dem nun aktuell im BMJ erschienen Artikel zur Hypophosphatämie wird sehr praxisorientiert die Vorgehensweise für die Diagnostik und Therapie der Hypophosphatämie beschrieben. Knochen bzw. Muskelschmerzen, Muskelschwäche, die Therapie mit bestimmten Medikamenten (Tenofovir, Cisplatin, Aminoglykoside und vieles mehr), Toxine, Schwermetalle, Antiacida und vieles mehr können sind typische “unspezfische” Symptome, welche als Hinweis für eine Hypophosphatämie gewertet werden können. Und dies bedeutet … man muss einfach daran denken! Spannender Artikel, lesenswert!!!

Notfallmedizin in Kliniken ist unterfinanziert

Mit diesem Thema beschäftigen sich Dr. T. Schöpke und andere innerhalb der DGINA schon seit längerem. Nun wurde dieses Thema auch von den Geschäftsführern mittelfränkischer Krankenhäuser aufgegriffen. Erste Pressereaktionen finden Sie hier:

Frankenschau:

http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/notaufnahmen-mittelfranken-finanzierung-100.html

Beitrag auf BR1

http://www.br.de/radio/bayern1/sendungen/mittags-in-franken/ueberfuellte-notaufnahmen-mittelfranken-102.html

 Nürnberger Nachrichten

http://www.nordbayern.de/region/kliniken-alamiert-notfallversorgung-in-bayern-unterfinanziert-1.3753732

 Die Welt

http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regiolinegeo/bayern/article129950002/Klinikchefs-fordern-bessere-Verguetung-fuer-Notfallversorgung.html

Bitte machen Sie uns aufmerksam auf regionale Aktionen in Ihrem Bereich. Gerne werden dies versuchen zu bündeln und damit unserer aller Interessen unterstützen.

Schöne Grüße