Call for action – Nitrattherapie bei Herzinsuffizienz

Vor kurzem führten wir eine Erhebung durch, wie Patienten mit akuter Atemnot vom Notarzt und anschließend in der Notaufnahme therapiert werden.Für uns völlig überraschend war, dass nur ein geringer Anteil der betroffenen Patienten mit akuter Herzinsuffizienz akut eine Nitrattherapie erhalten hat. Dies mag unterschiedliche Gründe haben: 1) Dass akute Herzinsuffizienz möglicherweise als nicht so “schwerwiegend” eingeschätzt wird und man deshalb nicht die Notwendigkeit der Therapie sieht, 2) Dass die akute Herzinsuffizienz nicht erkannt wird, da die Diagnosestellung schwierig ist, und vieles andere mehr.

Selbst habe ich mich natürlich auch hinterfragt: Seit Einführung der ACE Hemmer und der Betablockertherapie bei chronischer Herzinsuffizienz ist auch bei mir die Nitrattherapie nicht mehr so im Vordergrund gewesen. Es gab zwar eine Studie bei Schwarzen, die einen Vorteil einer Kombinationstherapie Nitrate/Hydralazin sehen, aber man sieht eben keinen additiven Vorteil der Nitrattherapie bei Patienten kaukasischer Abstammung.

In diesem Zusammenhang ist ein Übersichtsartikel zur Nitrattherapie erschienen. Hervorragend geschrieben und die Aspekte von Nitrattoleranz und Pseudotoleranz aufzeigend. Gleichzeitig auch ausführend, dass die Nitrattherapie zusätzlich zu ACE Hemmern bzw. in Kombination mit Hydralazin Vorteile aufweisen könnte.

Sehr spannender Artikel in die pharmakologischen Grundlagen der klinischen Akuttherapie.

Ruhigen Dienst … und Frohe Ostern!!!

Ich wünsche Ihnen ein Frohes Osterfest! Geniessen Sie die sonnigen Stunden!

 

ostern und gewalt

(Quelle: http://3.bp.blogspot.com/-ujpMAtyr–I/Ta-H5ScK6vI/AAAAAAAAPps/bV5ndY0rxRU/s1600/ostern+und+gewalt.jpg

Gleichzeitig hoffe ich, dass Sie nicht vergeblich Ihre Ostereier im Tiergarten suchen. Alles ziemlich überfüllt, so dass es sogar im Verkehrsfunk kommt  ;-)

Notfallsonographie bringt’s – jetzt auch mit kostenlosen Lehrbüchern!

Notfallsonographie ist ein heißes Thema. Die entsprechenden Publikationen nehmen rasant zu. Auch wir haben an dieser Stelle schon mehrfach von modernen Ultraschallkonzepten berichtet, zum Beispiel sonokontrollierte Intubation oder das “RUSH-Konzept” für den undifferenzierten Patienten im Schock. US-amerikanische Websites wie ultrasoundpodcast.com bieten zahllose Stunden an kostenloser Videos und auch im deutschsprachigen Raum tauchen bereits die ersten Notfallultraschall-Seiten auf.

Die bekannten Sonographeure Dr. Matt Dawson und Dr. Mike Mallin haben zwei geniale eBooks zu Notfallsonographie herausgebracht – von eFAST über RUSH bis zu erweitertem Trauma-Ultraschall (SUSS-IT), prähospitalem Schall oder Augen-Ultraschall zur Hirndruckmessung sind dort mit zahlreichen Quellen und Videos versehene Kapitel zu finden. Und nun gibt es diese Bücher für wenige Tage kostenlos auf der Plattform “Inkling” (für PC/MAC, iOS, Android). Eine uneingeschränkte Empfehlung! Link: Introduction to Bedside Ultrasound Vol 1 und 2

Search it and read it! Neues Univadis online!

Bin bisher sehr kritisch gewesen, was online Medien in deutscher Sprache betraf. Gerne habe ich in “TheHeart.org” oder “www.medscape.com” neben den vielen hervorragenden notfallmedizinischen Blogs recherchiert. In deutscher Sprache gibt es einige Angebote, aber so richtig warm bin ich nur mit wenigen geworden.Seit März 2014 ist nun Univadis, ein Nachrichten Service eines großen internationalen pharmazeutischen Unternehmens online. Bisher war ich nur mäßig begeistert von dem Webauftritt. Ganz früher habe ich gerne das Merck-Manual durchgeblättert. Aber jetzt! Ein Meilenstein!

Das “alte” Portal in neuem Gewand ist aus meiner Sicht genial gemacht. Ich werde es sicherlich nutzen und habe auch den Eindruck, dass die Nachrichten breit gefächert sind und keine Selektion darstellen. Durch “Apps” im eigenen Profil können Sie die verschiedenen Inhalte individualisiert gestalten. Ein Konzept eines individualisierten Online-Magazins. Man erkennt  Anleihen von Flipboard.com, einem ebenfalls hervorragenden soziales Magazin.

Großes Lob an die Macher von Univadis!

 

Notaufnahme in Dschidda gesperrt!

Über meinen Messenger bei Google habe ich erfahren, dass die Notaufnahme des König Fahd Krankenhauses in Dschidda, Saudi Arabien, gesperrt ist. Ausbruch eines Mers-Virus …. schon gehört?Warum berichtet “Die Welt” in einer aktuellen Meldung über die Sperrung der Notaufnahme in Dschidda fragen Sie sich?

Nun, das Mers Virus (Middle East Respiratory Syndrome Virus) gehört der Gruppe der Coronaviren an. Das Spektrum der Coronaviren umfasst banale Erkrankungen von grippalen Infekten bis zum dem Lebensbedrohlichen SARS. Und jetzt wird es spannend! In der Region um Dschidda breitet sich dieser Virus offensichtlich endemisch aus und hat u.a. Mitarbeiter des Krankenhauses in Dschidda infiziert. Todesfälle sind ebenfalls zu beklagen.

Die Infektion mit Mers Coronavirus scheint hochinfektiös zu sein und führt zu respiratorischen Versagen bis zum ARDS kombiniert mit Nierenversagen. Die WHO und assoziierte Wisssenschaftler beschäftigen sich bereits seit 2012 mit diesem Thema. Eine Zusammenstellung von Informationsquellen finden Sie bei der WHO. Detaillierte Hintergrundinformationen finden Sie hier.

“Under Pressure” – aus der Rubrik akutmedizinische Kolibris

Letzte Woche stellte sich eine 72 jährige Frau mit akuter Atemnot vor. Auf dem ersten Blick dachten wir an eine akute Herzinsuffizienz. Linksventrikuläres Versagen durch langjährige arterielle Hypertonie. Da aber eine interstitielle Lungenerkrankung in der Vorgeschichte bekannt war, hielten wir kurz an und überlegten:Das durchgeführte Echo offenbart, was letztendlich zu erwarten war: Akutes Rechtsherzversagen bei schwerer pulmonalarterieller Hypertonie. Der rechte Ventrikel steht im wahrsten Sinne des Wortes unter „Hochdruck“ (leider klappte das Hochladen der Datei nicht).

Nachdem meine letzte Literaturrecherche zur Diagnostik und Therapie des akuten Rechtsherzversagens auch schon einige Zeit zurücklag und man jede Gelegenheit bei einem derartigen spannenden Fall zur weiteren Recherche aufgreifen sollte, blätterte ich mal einschlägige Literaturstellen durch. Eine gute Übersicht zur Pathophysiologie, Differentialdiagnostik und dem therapeutischen Management finden Sie hier. Dort finden Sie auch weiterführende Literatur.

Aber das soll nicht der Schwerpunkt dieses Posts sein. Obiger Übersichtsartikel führte mich  weiter zu einem extrem spannenden Fallbericht über den Fall einer Mitt-Zwanzigjährige Patientin mit akuter Atemnot. Alles weist primär auf rezidivierende Lungenembolien hin. Der Artikel führt schrittweise mit differenzierten Überlegungen zur Differentialdiagnose der Pulmonalen veno-okklusiven Erkrankung. Eine sehr seltene Erkrankung mit extrem schlechter Prognose.

Warum berichte ich über diesen Kolibri hier im Blog? Experten vermuten, dass diese Erkrankung zu selten erkannt wird. Und dies bedeutet auf der anderen Seite, dass mögliche Therapieoptionen (ECLS als Bridging, Lungentransplantation als Therapieoption) möglicherweise nicht angeboten werden können. Eine deutschsprachige Übersicht zu dieser Erkrankung findet sich in der DMW.

Deshalb empfehle ich immer wieder gerne, durch aktuelle Fachjournale zu blättern. Encourage Browsing! Ein wichtiges Element, um sich breites medizinisches Wissen anzueignen. Darüber habe ich ja bereits zu einem früheren Zeitpunkt geschrieben.