Beat the Stress, Fool! – Handeln in Stresssituationen

Was hat der berühmte Mr. T aus dem A-Team mit Stress zu tun? Philipp erklärt euch eine geniale Taktik, um mit dramatischen Situationen umzugehen – BEAT THE STRESS, FOOL!

Beat the Stress Fool steht für  Breath, Talk, See, Focus  – vier Taktiken bzw. Techniken für die akute Stresssituation. Wer das Ganze auch nochmal im Text lesen will… wir haben einen Beitrag auf FOAMina dazu geschrieben:

https://foamina.blog/2017/09/18/stress/

Orginalarbeit von Lauria et al:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28460863


Sellick Manöver – noch immer ein Thema?

Unter dem Sellick Manöver versteht man die Ausübung von Druck auf den Ringknorpel nach dorsal auf die Speiseröhre um diese zu verschließen und damit eine Regurgitation und anschließende Aspiration während des Intubationsprozesses zu vermeiden. Dieses Vorgehen beruht auf einer Untersuchung und Publikation eines Artikels von B.A. Sellick aus dem Jahre 1961 im Lancet. Die Untersuchung umfasste ganze 26 Probanden und es wurde festgestellt, dass bei drei der Probanden nach Lösung des Krikoiddruckes eine Regurgitation auftrat und somit evtl. durch den Druck auf den Ringknorpel eine Aspiration vermieden werden konnte.

Seit dem Jahre 1961 hält sich das Sellick Manöver hartnäckig in den Kreisen der Anästhesie. Selbst in den ein oder anderen Guidelines wird es nach wie vor aufgeführt; so z. B. in den DAS (Difficult Airway Society) Guidelines. Weitere Arbeiten zur Wirksamkeit dieses Manövers sind mir nicht bekannt. Allerdings wurde in den letzten Jahren immer häufiger darauf hingewiesen dass die Durchführung eines Sellickmanövers

  • die Maskenbeatmung
  • die Präoxygenierung
  • die Laryngoskopie

erschweren kann. Weitestgehend wird das Sellick Manöver aus diesem Grunde heutzutage nicht mehr empfohlen. Die oben aufgeführten Probleme treten wohl hauptsächlich auf Grund der relativ hohen Kraftaufwendung auf, welche zum Verschluss des Ösophagus auf diese Weise aufgewendet werden müssen. Diese führen zu einer Veränderung auch der oberhalb liegenden anatomischen Verhältnisse. Eine nun im Academic Emergency Medicine Journal erschienene Arbeit macht nun darauf aufmerksam dass der notwendige Druck während einer Laryngoskopie biomechnisch nicht aufrechterhalten werden kann. Es stellt sich also umso mehr die Frage, ob man sich dessen überhaupt noch bedienen sollte. Die S1 Leitlinie „Prähospitale Notfallnarkose bei Erwachsenen“ rät davon auf jeden Fall ab.

Einen netten Vortrag zu diesem Thema hatte Dr. John Hinds auf dem SMACC Gold in Australien gehalten. Ihr könnt die YouTube Aufzeichnung in Folge sichten.

Nicht zu verwechseln ist das Sellick Manöver allerdings mit einer Manipulation des Kehlkopfes zur besseren laryngoskopischen Einstellung der Stimmbandebene; dem sogenannten BURP Manöver!

Wer noch Anregungen oder andere Meinungen hat, immer gerne: Meldet euch auf Twitter: @_dasFOAM oder @jgollw, oder kommentiert auf Facebook oder auch hier unten.

Wie immer gilt: der Einzelfall entscheidet, die genannten Empfehlungen sind ohne Gewähr, die Verantwortung liegt bei der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt. Wie alle unsere Artikel behandelt auch dieser eine notfall- bzw. akutmedizinische Situation, nicht die Versorgung auf Station oder in der Hausarztpraxis.

 


(1) CRICOID PRESSURE TO CONTROL REGURGITATION OF STOMACH CONTENTS DURING INDUCTION OF ANÆSTHESI Sellick, B.A. The Lancet , Volume 278 , Issue 7199 , 404 – 406

(2) Trethewy, C. E., Doherty, S. R., Burrows, J. M. and Clausen, D. (), Ideal Cricoid Pressure Is Biomechanically Impossible During Laryngoscopy. Acad Emerg Med. Accepted Author Manuscript. doi:10.1111/acem.13326 (online first)

(3) Handlungsempfehlung zur prähospitalen Notfallnarkose beim Erwachsenen S1 AWMF (Seite 10)

 

 

 

Neues aus FOAM’s world #7

Soziale Medien (SoMe) spielen inzwischen weltweit für die medizinische Weiterbildung eine große Rolle. #dasFOAM möchte ein Teil davon sein. Wir beschäftigen uns damit, frei verfügbare medizinische Lehrinhalte (FOAMed = Free Open Acess Medical EDucation) in Deutschland bekannt zu machen und unserer eigenen Inhalte zu verbreiten. Aus diesem Grund wollen wir in regelmäßigen Abständen auch berichten, welche Themen national und international in der Notfall- und Intensivmedizin als FOAM verfügbar sind und unlängst besprochen wurden. Dazu wollen wir monatlich eine Zusammenfassung von interessanten Podcasts, Blogs oder auch Tweets der jüngere Zeit liefern.

  • Einen wunderbaren Beitrag zur Sauerstoffgabe gemäß der neuen STEMI-Leitlinie hatte ja Jürgen bei uns schon veröffentlicht. Auch die Kollegen von wain’s-world habe sich des Themas angenommen und sehr schön übersichtlich zusammengefasst. Und das über die komplette Leitlinie. Besonders haben sie die Unterschiede zur alten Leitlinie heraus gestellt (die wir natürlich alle auswendig kennen), und da sind schon einige Sachen dabei, die nicht ganz überraschend sind, aber doch einen deutlichen Fortschritt beinhalten. (FL)
  • Einen wunderbaren Beitrag – wobei, eigentlich sind es zwei – gibt es auf FOAMINA zum täglichen Routine-Röntgen auf der Intensivstation. Zum einen beschreibt Otmar wie er FOAM-like zu seinem Vortrag und Artikel gekommen ist. Zum anderen ist eine schöne Zusammenfassung zur aktuellen Datenlage und Handhabung der verschiedenen Fragestellungen auf der Intensivstation. Naturgemäß hat mir der prominente Ultraschallteil besonders gefallen, aber da bin ich natürlich befangen. Hier noch ein einfacher Trick zur Tubus-Lagekontrolle: Einfach mit Aqua blocken und den Cuff im Ultraschall darstellen. Wenn er suprasternal dastellbar ist, ist er weder zu hoch noch zu tief. (FL)
  • Auf seinem persönlichen Blog hat Jürgen ein wunderbares Plädoyer für mehr Kompetenz und bessere Ausbildung im Rettungsdienst gebracht. Versteckt hinter einer konstruktiv-kritischen Betrachtung der präklinischen Telemedizin bricht er eine Lanze für bessere Ausbildung und besseres Training.
    Das kann ich so nur unterstreichen. Bei meinem Vortrag am LIFEMED 2017 zu POCUS kam die wunderbare Nachfrage (vom wie immer großartigen Michel Bernhard), ob nur der Arzt Ultraschall nutzen darf oder ob das auch andere lernen können: Und da gibt es nur eine Antwort, wenn das Gerät da ist, kann es jeder gemäß seinen Kenntnissen und Fähigkeiten nutzen. Warum sollte nicht die Schwester mit dem Ultraschall die Flexüle legen, die vorher unmöglich war? Oder der Notfallsanitäter die Luxation im Schultergelenk verifizieren? (FL)
  • MONA, das Mnemonic zur Versorgungsstrategie bei ACS und vor allem STEMI ist ja nach wie vor in aller Munde. Die Frage ist jedoch inwieweit das dogmatische Vorgehen nach dem selbigen eigentlich nach dem heutigen Stand des Wissens sinnvoll ist. Einen vierteiligen Blogeintrag hierzu hat S. Rezaie auf der Seite R.E.B.E.L.-EM veröffentlicht. Hier in Folge die Links zu den einzelnen Themenblöcken von denen jeder für sich sehr lesenswert ist. (JG)
  • Hier einmal ein Topic nicht zum nachlesen sondern zur Vorschau. Am 13. Januar 2018 findet in der Dr. v. Hauverschen Kinderklinik in München der 4. Pediatric Stroke Tag statt. Der Schlaganfall im kindlichen Alter ist sicherlich nicht die Alltagsdiagnose. Aber trotzdem und vielleicht auch gerade deswegen sollte man sich das für diesen Tag gut ausgewählte Programm einverleiben. Weitere Informationen finden Sie auf dem verfügbaren Flyer. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos! (JG)