Blutstillung mit dem Tourniquet

Funktionsweise:
Knebel, der den arteriellen Blutfluss unterbindet und dadurch distale (körperferne) Bereiche von der Blutversorgung trennt.
Indikationen:
  • Extremitätenblutungen, die durch Druckverband und Hochlagerung nicht kontrolliert werden können.
  • Indikation zur sofortigen Anlage:
    • lebensgefährliche Blutungen/multiple Blutungsquellen an einerExtremität/Amputation,
    • Nichterreichbarkeit der eigentlichen Verletzung,
    • mehrere Verletzte mit lebensbedrohlichen Blutungen,
    • schwere Blutung der Extremitäten bei gleichzeitig kritischem A-, B- oder C-Problem.

Anwendung:

Die Anlage soll stammnah erfolgen (mindestens 5cm proximal der Verletzung). Der Druck des Tourniquets wird erhöht, bis distal kein Puls mehr tastbar ist und die Blutung steht. Das Tourniquet sollte an einer Stelle mit ausreichendem Weichteilmantel angelegt werden – keinesfalls jedoch im Bereich von Gelenken, Wundtaschen, Fremdkörpern oder offenen Frakturen.

Kann die Blutung mit einem Tourniquet nicht gestoppt werden, soll ein weiteres Tourniquet proximal angelegt werden.
Der Zeitpunkt der Anlage muss auf dem Tourniquet und im Patientenprotokoll vermerkt  werden, die korrekte Anlage muss regelmäßig kontrolliert werden. Nachdem der Patient kreislaufstabil ist und die Ressourcen zur weiteren Versorgung gegeben sind, muss eine Konversion (Abnahme des Tourniquets) geprüft werden.
Aufgrund des großen Schmerzes, der durch eine korrekte Tourniquetanlage entstehen kann, muss unbedingt auf eine ausreichende Schmerzmedikation
geachtet werden (z.B. durch Fentanyl oder Ketamin).
Komplikationen:
Insgesamt ist die Komplikationsrate gering. Ist der Applikationsdruck des Tourniquets zu gering kann es jedoch zu einer venösen Stauung bei anhaltender arterieller Durchblutung in der verletzten Extremität kommen und die Blutung dadurch sogar verstärkt werden. Insgesamt steigt die Komplikationsrate durch Tourniquets nach ca. 2h Anlagedauer an – es ist daher unbedingt auf eine zügige Blutstillung und Abnahme des Tourniquets zu achten, sobald der Patientenzustand, die Versorgungskapazitäten und der Einsatzverlauf es zulassen.
Quellen:
Gotthardt P, Fandler M, Plappert T. Tourniquet im Einsatz. Notfall + Rettungsmedizin 2017;  64: 38-40 http://doi.org/10.1007/s10049-017-0296-4
Hossfeld B, Josse F et al (2016) Handlungsempfehlung zurprähospitalen Anwendung von Tourniquets. Anästh Intensivmed 2016; 57:698-704

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